Toscolano Maderno: das Tal der Papierfabriken. Öffnungszeiten
Die alte Papier Strasse - Längs des Tales der Papierfabriken ("Valle delle cartiere"), wie es noch heute bezeichnet wird, florierte ab dem 13. Jh. die Papierindustrie. Das Papier erreichte über den Gardasee Verona und anschließend über die Etsch die Adria und somit Venedig. Toscolano wurde, dank der hohen Qualität des Produktes, einer der bekanntesten Papierhersteller (beinahe gleichbedeutend mit Fabriano). Auf Initiative von Gabriele di Pietro befanden sich in Cecìna und in Messaga die ersten Druckereien, von denen 1487 auch die Bibel hergestellt wurde, die anschließend Martin Luther für seine Übersetzung ins Deutsche benutzte. Öffnungszeiten:
Der Wanderweg vom Tal "Valle delle Cartiere" nach Gaino (274 m), gelegen im Tal Valle delle Camerate, spricht für sich und bedarf eigentlich keiner weitschweifi gen Erläuterungen, zudem bietet er die Möglichkeit, den Pizzocolo (1581 m) anzustreben. Ausgangspunkt der Wanderung ist die Brücke von Toscolano, die über den gleichnamigen Sturzbach führt. Von hier aus geht es gen Osten das Tal hinauf, das in der Vergangenheit Sitz vieler Papierfabriken war, bis hin zum Ortsteil Gatto kurz vor Luseti. Die Schotterstraße führt an beeindruckenden Orten entlang, die mit der hundertjährigen Geschichte der Papierherstellung am Gardasee eng verbunden sind: Garde, Maina Inferiore, Maina Superiore, Vago und Caneto. Etwas weiter stößt man auf Contrada und Covoli. Es sind herausragende Namen, die selbst den Dogen der Republik Venedig und dem Königshaus in Spanien bekannt waren, denn bei einigen dieser Manufakturen erwarben sie das kostbare Material, auf dem die offiziellen Akten verfasst wurden. Die Papierherstellung, die im Tal des Sturzbaches Toscolano auf eine hundertjährige Geschichte verweisen kann, hat zur wirtschaftlichen Entwicklung der Region und gleichzeitig zur Herausbildung eines Unternehmerstandes geführt. Viele Familien sicherten ihren Lebensunterhalt durch die Arbeit in den Werkstätten. Weiter oben im Tal "Valle delle Camerate" befinden sich Überreste von Bauwerken anderer Art. Schmieden und Mühlen zeugen, wenn auch als Ruinen, von ihrer einstmaligen Bedeutung und verdienten eigentlich heutzutage mehr Beachtung. In diese Richtung gehen auch die Bemühungen in Bezug auf eine höhere Wertbeimessung, die sich seit vergangenem Herbst abzeichnen. Das betrifft vor allem das kleine Fabrikgebäude von "Maina Inferiore", in dem bis in die 60-er Jahre des vergangenen Jahrhunderts produziert wurde. Im einstigen Pförtnerhaus des Werkes hat nunmehr das "Museo della Carta" (Papiermuseum) seinen Platz. Die Einrichtung dieses Museums wurde durch die Firma Cartiera aus Toscolano gefördert und fand durch die Gemeinde- und Provinzverwaltung Unterstützung. An der Ausgestaltung des Museums hat mit großem Eifer und voller Überzeugung der Arbeitskreis "Gruppo Lavoratori Anziani Cartiera di Toscolano", bestehend aus ehemaligen Mitarbeitern der Papierfabrik Toscolano, teilgenommen. Die Anziehungskraft dieses Ausstellungsrundgangs ist beachtlich. Er bietet dem Besucher Lesetexte und Exponate, Werkzeuge und eine Nachbildung des Fertigungsprozesses zur Papierherstellung. Das Museum ist geöffnet vom 15. Juni bis 15. September, dienstags, donnerstags und freitags von 15 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Der Rundgang kann mit Bezug auf die vier grundlegenden Aspekte erfolgen, auf die sich die Ausstellung stützt: Gedächtnis und Erinnerung (zwei Ausstellungsräume im Erdgeschoss) gefolgt von Herstellung und Wasserzeichen (im ersten Stock). Sogar Kuriositäten fehlen nicht, wie zum Beispiel ein Tausend-Lire-Geldschein aus dem Jahr 1948. Zu jener Zeit stellte man in Toscolano noch Papiergeld her. Zu sehen sind des Weiteren ein Kompass" aus dem 19. Jahrhundert, der zum Ziehen der Scheiben" Verwendung fand. Ausgestellt sind aber auch Spezialmaschinen für die Papierherstellung wie zum Beispiel ein Satinierkalander, ein Holländischer Zylinder, eine Kläranlage aus dem Jahr 1920, eine Papierschneidmaschine sowie ein Mahlstein, der bis unlängst zum Zermahlen der Rohstoffe verwendet wurde.
Für Auskünfte und Reservierungen:
10,oo - 12,oo / 15,oo - 17,oo
10,oo - 12,oo / 15,oo - 18,oo
15,oo - 17,oo
Tel. 0365 546023 - Tel. 0365 641050
info@valledellecartiere.org
www.valledellecartiere.org
Die Kunst der Papierherstellung
Der Einweihung des Museums folgte ein zweites bemerkenswertes Ereignis: die unweit in der Ortschaft Gatto ausgeführten Ausgrabungen. Sie brachten die Überreste einer antiken Papiermanufaktur zutage. Es handelt sich hierbei um vier eigenständige Räumlichkeiten, die bis vor wenigen Monaten unter Erde und Gestein verschüttet waren. Drei Wochen harte Arbeit machten es möglich, die Überreste freizulegen. Verrichtet wurde die Arbeit größtenteils unentgeltlich von Freiwilligen der Vereine "Guardie Ecologiche Volontarie" sowie "Gruppo Amici dello Sport e dell'Ambiente del Parco". Die Ausgrabungen in Gatto wurden von der Gemeinde Toscolano Maderno dem Verband "Associazione Storico Archeologico della Riviera" unter der Leitung des Archäologen Giampietro Brogiolo sowie des Amtes für Denkmals- und Landschaftspflege anvertraut. Drei Wochen lang beteiligten sich an den Ausgrabungen auch einige Studenten der Universität von Padua. Die Leitung hatte Lisa Cervigni inne. Die Arbeiten dienten der Reinigung der Nutzflächen, dem Leeren der Kanäle und der allgemeinen Festigung der Bausubstanz. Die Papiermanufaktur - höchstwahrscheinlich vor drei Jahrhunderten aufgegeben - geht auf das 16. Jahrhundert zurück und hatte im Laufe der Zeit mehrere Einbrüche zu verzeichnen. Die Anlage besteht aus vier Bereichen mit Bogen, Mauerwerk, Fußböden, Kanälen, zwei Parallelgraben sowie weiteren Schichtungen, die es gestatten, die Betriebstätigkeit eines Werkes dieser Art nachzuvollziehen. Es handelt sich somit um ein erstrangiges Unternehmen mit großer Bedeutung für die Provinz Brescia. Vorausschauend sei zu wünschen, dass Die Arbeiten dienten der Reinigung der Nutzflächen, dem Leeren der Kanäle und der allgemeinen Festigung der Bau- Die Papiermanufaktur höchstwahrscheinlich vor drei Jahrhunderten aufgegeben geht auf das 16. Jahrhundert zurück und hatte im Laufe der Zeit mehrere Die Anlage besteht aus vier Bereichen mit Bogen, Mauerwerk, Fußböden, Kanälen, die bisher erreichten Ergebnisse Anreiz geben mögen, in der eingeschlagenen Richtung weitere Schritte zu gehen, um damit das Tal der Papierfabriken in dieser Hinsicht voll erschließen zu können. Der von den geschichtsträchtigen Bauwerken ausgehende Reiz regt die Schaffung eines Parks für industrielle Archäologie inmitten dieser zauberhaften an Vegetation reichen und Wanderwegen durchzogenen Landschaft an, was unentbehrliche Elemente für ein harmonisches Ganzes sind.
Text: Bruno Festa
Foto: Lagodigardamagazine.com®
Verleger: Lago di Garda - Acherdo





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